Corona „schützt“ vor Grippe und Schnupfen

Hellasbc

Es gibt wohl kaum etwas Gutes, was Sie der aktuellen Corona-Pandemie abgewinnen können. Quarantäne, Maskenpflicht, das ständige Desinfizieren von den Händen, der Einsturz der Wirtschaft und sehr viel mehr. Allerdings haben die Forscher vom Basler Universitätsspital herausgefunden, dass Sars-CoV-2 einen interessanten Nebeneffekt hat, denn die Anzahl der Grippefälle ging stark zurück. Der Hauptgrund ist, dass Sie sich nicht gleichzeitig mit Sars-CoV-2 sowie einem anderen respiratorischen Virus anstecken können. Insofern können Sie nur Corona oder die Grippe haben. Da das Coronavirus aber extrem aggressiv vorgeht, verdrängt es meist alle anderen Viren aus dem Körper.

Jedes Jahr aufs Neue kommt es zu einer Grippewelle, wie die News Schweiz berichten. Auch 2020 sollte es so weit sein, sodass jene im Februar langsam in Fahrt kam. Die Fälle der Grippeerkrankten häuften sich, doch dann kam das Coronavirus. Er verwies alle auf seine Plätze und plötzlich war die Ansteckungsrate mit den Grippe- und Schnupfenviren um ein Vielfaches gesunken. Innerhalb von nur drei Wochen verdrängt Sars-CoV-2 sowohl Grippe als auch Erkältung. Etwa 50 Prozent aller Personen, welche sich wegen übertragbaren Atemwegserkrankungen einwiesen ließen, litten nun an Covid-19, statt an Grippe oder Erkältungen. Das war auch die Phase des Corona-Hochs in der Schweiz. In derselben Zeit gingen aber auch die Zahlen von anderen Atemwegserkrankungen stark zurück. Dabei sollte man meinen, dass gerade dann die Kurve nach oben gehen sollte. Immerhin ist vor allem die Lunge geschwächt und somit empfindlich gegenüber anderen Erkrankungen. Warum war das aber nicht der Fall?

Zu verdanken war es dem angeboren Immunsystem, denn haben Sie sich mit dem Coronavirus angesteckt, konnten Sie sich nicht mit der normalen Grippe infizieren. Nur etwa zwei Prozent aller Corona-Patienten litten gleichzeitig auch unter einer Erkältung oder Grippe. Bei Kindern ist es hingegen andersherum. So sagt Hans Hirsch, Professor für Virologie und Infektiologe am Unispital Basel, dass die Infektionen bei 350 getesteten Kindern rund dreimal tiefer als bei Erwachsenen waren. Der Grund kann die Grippe sein, welche sich bei Kindern deutlich schneller verbreitet. Von daher sind Kinder wohl weniger empfänglich für das Coronavirus, weil sich jene nicht oder selten doppelt infizieren. Diese Hypothese bestätigt sich aber erst nach dem Sommer, wo sich Kinder nun vermehrt mit dem Sars-CoV-2 anstecken müssten, weil kaum mehr Grippeviren im Umlauf sind.